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Im schwarzen Walfisch zu Askalon

    1. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    Da trank ein Mann drei Tag’,
    [: Bis daß er steif wie ein Besenstiel,
    am Marmortische lag. :]

    2. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da sprach der Wirt: “Halt an!
    [: Der trinkt von meinem Dattelsaft,
    mehr als er zahlen kann.” :]

    3. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da bracht’ der Kellner Schar
    [: In Keilschrift auf sechs Ziegelstein’,
    dem Gast die Rechnung dar. :]

    4. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da sprach der Gast: „O weh!
    [: Mein bares Geld ging alles drauf
    – im Lamm zu Niniveh!” :]

    5. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da schlug die Uhr halb vier,
    [: Da warf der Hausknecht aus Nubierland
    den Fremden vor die Tür. :]

    6. Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da schlug die Uhr halb neun,
    [: Da kroch der rausgeschmiss’ne Gast
    zum Fenster wieder rein. :]

    7. Im Schwarzen Walfisch zu Askalon,
    da trank er wacker fort,
    [: und wenn er nicht gestorben wär’,
    tränk’ er noch immer dort. :]

    8. Im schwarzen Walfisch zu Askalon
    wird kein Prophet geehrt,
    [: Und wer vergnügt dort leben will,
    zahlt bar, was er verzehrt. :]

     

     

    Autor
    T: Joseph Viktor v. Scheffel (1826-1886)

     

    Auszug aus dem Siegberg Cantusprügel.